Verkehrsberuhigung in Wohngebiet durch 30er Zonen abgelehnt

Verkehrsberuhigung im Wohngebiet durch 30er-Zonen.
Die Verwaltung der Gemeinde hat für die Gemeinderatssitzung am 16.09.2020 einen sehr
fortschrittlichen Vorschlag zur Einrichtung von 30er-Zonen in fast allen Wohngebieten des
Ortes vorgelegt. Ziel war den Wünschen vieler Bürger*innen zu entsprechen, den
Autoverkehr zu verlangsamen und Fußgängern und Radfahrern mehr Lebensqualität und
Sicherheit zu vermitteln.

Leider war die Diskussion im Gemeinderat durch eine vorrangige Orientierung an möglichen
Beeinträchtigungen des Autoverkehrs geprägt. Schließlich wurde der Antrag mit 12 : 3
Stimmen abgelehnt.

Nachdem der „große Wurf“ gescheitert ist, bleibt nur die Möglichkeit, für einzelne
Straßenabschnitte entsprechende Anträge einzubringen.

Dazu ist unser Antrag vom 14.07.2020 für den Bereich Sonnenweg / Pettenkoferstraße
der erste Schritt, Für diesen haben wir fast 40 Unterschriften von den Anwohner*innen gesammelt.

Auszug aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung Nr. 177 vom 03.08.2020 mit
Matthew Baldwin, EU-Koordinator für Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität
„Meiner Meinung nach müssen wir versuchen, unsere übermäßige Abhängigkeit von Autos
(… ) zu verringern. Das ist offensichtlich.
70 Prozent der Menschen, die im Stadtgebiet bei Unfällen sterben, sind Radfahrer,
Motorradfahrer und Fußgänger.
An diesem Punkt kommen wir auf Tempolimits zurück. Wenn jemand mit einem Auto mit 30
km/h angefahren wird, hat er oder sie eine 90-prozentige Überlebenschance. Bei einem
Aufprall mit 60 km/h – und das ist die de-facto Geschwindigkeit in vielen Städten – sinkt sie
auf zehn Prozent.
Helsinki hat die Zahl der Verkehrstoten auf null reduziert, eine Maßnahme war ein
allgemeines Tempolimit von 30 km/h. Es ist also machbar.“

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